Seit 1960 demonstrieren an Ostern Kriegsgegnerinnen und Kriegsgegner aus einem breiten politischen Sprektum gegen die atomare und konventionelle Bewaffnung der Bundesrepublik Deutschland, gegen Kriegsbeteiligung und Waffenhandel und Rüstungsexporte.

Auch in diesem Jahr organisiert das Netzwerk Friedenskooperative wieder Ostermärsche – hier in der Region in Landshut am Montag, 17. April 2017 Beginn 14:00 Uhr vor dem Rathaus.

Nähere Informationen: https://www.friedenskooperative.de/termine/ostermarsch-2017-in-landshut.

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Schon das deutsche Kaiserreich war eng verbündet mit dem osmanischen Reich. Damals wie heute sind geostrategische und ökonomische Interessen die Grundlage.

Damals wurde aus machtpolitischen Gründen der Genozid an den Armeniern nicht nur toleriert, sondern aktiv unterstützt durch deutsche Militärs. Heute sieht man dem Terror Erdogans gegen die Kurden zu.

Sevim Dagdelen, Mitglied der Partei die Linke und des Bundestags war auf Einladung des Friedensnetzwerks Regensburg zu einer Veranstaltung gekommen und schlug die 100 Zuhörer mit profundem Wissen und klaren Analysen in ihren Bann.

Sie analysierte die Türkeipolitik Deutschlands und der NATO und stellte anschaulich und nachvollziehbar dar, welche Verbrechen aus kurz- oder langfristigen Interessen toleriert werden.

Seien es die Waffenlieferung über die Türkei an den IS in Syrien, seien es die menschenunwürdigen Umstände, unter denen die Türkei Deutschland die Flüchtlinge vom Leibe hält.

Eine wichtige Erkenntnis für viele Besucher/-innen unserer Veranstaltung war sicher die Einschätzung: Die Türkei ist für den deutschen Imperialismus das wichtigste Standbein seiner Nahostpolitik.
Aus der aktuellen Haushaltsdebatte konnte Sevim Dagdelen berichten, wie die „gestiegene Verantwortung“, die der deutsche Imperialismus weltweit für sich reklamiert, sich konkret auswirkt: Die Sozialausgaben wurden um 1 Mrd. gekürzt, die Rüstungsausgaben um 1,5 Mrd. erhöht.

Richard Spieß, Stadtrat der Linken in Regensburg, führte durch die Veranstaltung und hob hervor, wie wichtig die Zusammenarbeit verschiedenster Organisationen im Friedensnetzwerk ist.

Am 02.07.16 hat die Aktionskonferenz der Initiative „Plattform für die bundesweite Demonstration am 08.10.16“ beschlossen, mit nachstehendem Text zu einer Demonstration gegen Krieg und Konfrontation in Berlin aufzurufen. Das Friedensnetzwerk  Regensburg unterstützt dieses Anliegen.

Der Aufruf vom 02.07.16 lautet:

Die Waffen nieder
Kooperation statt NATO-Konfrontation

Abrüstung statt Sozialabbau

Die aktuellen Kriege und die militärische Konfrontation gegen Russland treiben uns auf die Straße.

Deutschland befindet sich im Krieg fast überall auf der Welt. Die Bundesregierung betreibt eine Politik der drastischen Aufrüstung. Deutsche Konzerne exportieren Waffen in alle Welt. Das Geschäft mit dem Tod blüht.

Dieser Politik leisten wir Widerstand. Die Menschen in unserem Land wollen keine Kriege und Aufrüstung – sie wollen Frieden. Die Politik muss dem Rechnung tragen.

Wir akzeptieren nicht, dass Krieg immer alltäglicher wird und Deutschland einen wachsenden Beitrag dazu leistet: in Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien, Jemen, Mali.
Der Krieg in der Ukraine ist nicht gestoppt.
Immer geht es letztlich um Macht, Märkte und Rohstoffe. Stets sind die USA, NATO-Mitgliedstaaten und deren Verbündete beteiligt, fast immer auch direkt oder indirekt die Bundesrepublik.

Krieg ist Terror.
Er bringt millionenfachen Tod, Verwüstung und Chaos.
Millionen von Menschen müssen fliehen.
Geflüchtete brauchen unsere Unterstützung und Schutz vor rassistischen und nationalistischen Übergriffen.
Wir verteidigen das Menschenrecht auf Asyl.

Damit Menschen nicht fliehen müssen, fordern wir von der Bundesregierung, jegliche militärische Einmischung in Krisengebiete einzustellen. Die Bundesregierung muss an politischen Lösungen mitwirken, zivile Konfliktbearbeitung fördern und wirtschaftliche Hilfe für den Wiederaufbau der zerstörten Länder leisten.

Die Menschen brauchen weltweit Gerechtigkeit. Deshalb lehnen wir neoliberale Freihandelszonen wie TTIP, CETA, ökologischen Raubbau und die Vernichtung von Lebensgrundlagen ab.

Deutsche Waffenlieferungen heizen die Konflikte an. Weltweit werden täglich 4,66 Milliarden Dollar für Rüstung verpulvert. Die Bundesregierung strebt an, in den kommenden acht Jahren ihre jährlichen Rüstungsausgaben von 35 auf 60 Milliarden Euro zu erhöhen. Statt die Bundeswehr für weltweite Einsätze aufzurüsten, fordern wir, unsere Steuergelder für soziale Aufgaben einzusetzen.

Das Verhältnis von Deutschland und Russland war seit 1990 noch nie so schlecht wie heute. Die NATO hat ihr altes Feindbild wiederbelebt, schiebt ihren politischen Einfluss und ihren Militärapparat durch Stationierung schneller Eingreiftruppen, Militärmanöver, dem sogenannten Raketenabwehrschirm – begleitet von verbaler Aufrüstung – an die Grenzen Russlands vor.
Das ist ein Bruch der Zusagen zur deutschen Einigung. Russland antwortet mit politischen und militärischen Maßnahmen. Dieser Teufelskreis muss durchbrochen werden. Nicht zuletzt steigert die Modernisierung genannte Aufrüstung der US-Atomwaffen die Gefahr einer militärischen Konfrontation bis hin zu einem Atomkrieg. Sicherheit in Europa gibt es nur MIT und nicht GEGEN Russland.

Wir verlangen von der Bundesregierung den Abzug der Bundeswehr aus allen Auslandseinsätzen, die drastische Reduzierung des Rüstungsetats, den Stopp der Rüstungsexporte und die Ächtung von Kampfdrohnen, keine Beteiligung an NATO-Manövern und Truppenstationierungen entlang der Westgrenze Russlands.
Wir sagen Nein zu Atomwaffen, Krieg und Militärinterventionen. Wir fordern ein Ende der Militarisierung der EU. Wir wollen Dialog, weltweite Abrüstung, friedliche zivile Konfliktlösungen und ein auf Ausgleich basierendes System gemeinsamer Sicherheit.

Für diese Friedenspolitik setzen wir uns ein. Wir rufen auf zur bundesweiten Demonstration am 8.10.2016 in Berlin.

Dortmund, den 02.07.2016